Eine Einladung zum intuitiven gemeinsamen Malen

 

Mein Name ist Marion Langenberg. Ich habe bis zu meiner Pensionierung im Juni 2022 als Fachlehrerin an einer Förderschule gearbeitet. Dort habe ich unter Anderem viel im Bereich Kunst, textiles Gestalten und Entspannung unterrichtet. Bereits seit meiner Kindheit habe ich immer einen Ausdruck im kreativen Handeln gefunden und als Erwachsene besonders in der Malerei.

Ich möchte zum gemeinsamen intuitiven Malen einladen, denn freies Malen tut gut, entspannt und macht Freude.

Im Malprozess möchte ich mit Anregung und Begleitung zur Verfügung stehen.

Ab 8. Februar treffen wir uns wöchentlich mittwochs von 17:00 – 19:00 Uhr in der Offenen Kunstwerkstatt (OKKS) in Sürth, Sürther Hauptstraße 56 (am Marktplatz, hinter Theos Imbiss).

Die Teilnehmerzahl möchte ich auf sechs Personen begrenzen, damit ich genügend Zeit habe, auf die einzelnen Teilnehmer/innen einzugehen.

Meldet euch bitte vorher bei mir, unter der email-adresse:  marion.langenberg@gmx.net möglichst bis zum 1. Februar an.

Die Teilnahme findet auf Spendenbasis statt, jede*r ist willkommen,  Vorkenntnisse sind nicht erforderlich


 

 

UNSER ANSATZ:

Was ist männliche Energie – im Blick auf die Erde?

Der Impuls für dieses Seminar geht zum Teil auf die Gruppe »Männerpfade« am Kloster Nütschau in Norddeutschland zurück. Von Anfang an bei den Erdfesten dabei, wird »Männerpfade« am Nachmittag des zentralen Seminartages zu »Begegnungen mit dem Männlichen und der Erde« einladen. Ausgangsfragen dabei sind: Was ist männliche Energie – im Blick auf die Erde? Wie manifestiert sie sich? Inwiefern wird sie für den Wandel hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Welt gebraucht? Inwieweit wird sie aus Angst oder Unwissenheit unterdrückt? Wobei hier männliche Energie wohlgemerkt nicht auf Männer beschränkt ist. Sie wirkt in jedem Menschen, unabhängig vom biologischen Körper. Unterstützt durch die Offene Kunstwerkstatt Köln Süd (OKKS) ziehen wir für diese Erkundungen ganz bewusst auch die Kunst zu Rate. Zumal das Künstlerische mit Joseph Beuys als ein Vermögen gesehen werden kann, das allen Menschen per Geburt eignet. So basieren etliche der Praktiken und Prozesse des Seminars auf der Idee: »Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität« (Beuys). Und nachdem die OKKS sich unlängst mit »Weiblichen Räumen« im übertragenen Sinne auseinandergesetzt hat, liegt es nahe, nun mit ihr als Partnerin nach »männlicher Energie« – im Blick auf die Erde – zu fragen.

Ein kontaminiertes Feld

Wobei uns nur zu bewusst ist, wie sehr wir uns mit diesen Erkundungen auf ein sozialpsychologisch kontaminiertes Feld wagen. Denn natürlich sind gerade im gesellschaftlichen Umgang mit der Erde geschlechterspezifische Muster höchst real und folgenschwer. Der Kapitalismus, treibende Kraft hinter den globalisierten Vernichtungen von Lebendigem, ging historisch aus dem abendländischen Patriarchat hervor. Demgemäß identifizieren Frauen sich leicht mit der missachteten, ausgebeuteten, geschundenen »Mutter Erde« – was sich zum Beispiel darin zeigt, dass Ansätze wie die Erdfest-Idee, aber auch die Aktivitäten der Erd-Charta-Initiative bei Frauen tendenziell mehr Resonanz als bei Männern finden. So weit, so bekannt.In jüngster Zeit indes sind beide Teile unseres Begriffspaares – »das Männliche« und »die Erde« – in je eigener und kaum erwartbarer Weise heftig in Bewegung geraten:

Das Denken dekolonisieren

Den drohenden ökologischen Abgrund im Blick zeigen neue geisteswissenschaftliche Forschungen auf, in welchem Maße Grundannahmen der westlichen Denkweise – etwa die Trennung von Geist und Materie oder von Natur und Kultur – in sich irrig und damit fatal irreführend gewesen sind. Immer mehr Anthropolog*innen und Philosoph*innen namentlich des globalen Südens, darunter Eduardo Viveiros da Castro (Brasilien), Sylvia Winter (Jamaika), Bayo Akomolafe (Nigeria) und Dipesh Chakrabarty (Indien), verstehen Anthropologie neu als »permanente Dekolonisierung des Denkens« (Castro). Denn das westliche Denken repräsentiere nicht die Wirklichkeit. Es bringe sie unter Kontrolle. War Rationalität das Primat der westlich geprägten Moderne, wird nun »Lebendigkeit«, wird die Suche nach Kulturen und Politiken des Lebendigen zu einem Primat für 21. Jahrhundert. Wie berührt das unsere gesellschaftlichen Vorstellungen von männlicher Energie?

Die Erde als neuer politischer Akteur

Und die Erde? Während sie für die Moderne letztendlich bloßes Ressourcen- und Rohstofflager sowie Müllsenke gewesen ist, erscheint sie heute im Zuge des galoppierenden Klimawandels bis ins alltägliche Wahrnehmen hinein erschüttert und erwacht. Sie reagiert katastrophisch auf die Aktivitäten des Menschen. Eben noch passives Ding, entpuppt sie sich als wirkmächtig. Mit dem Anthropozän-Vordenker Bruno Latour gesprochen: Wir müssen die Erde neu als Subjekt verstehen – und zwar als ein Gegenüber im Rang eines politischen Akteurs, einer Art neue Weltmacht, mit der es sich auf allen politischen Ebenen auseinanderzusetzen gilt. Tatsächlich gibt es derzeit weltweit Bestrebungen, die Sphären des Rechts und der Politik auf die nicht-menschliche Mitwelt auszuweiten. So etwa erhob der Staat Ecuador 2008, anknüpfend an indigene Traditionen, »Pachamama« (Mutter Erde) zum Rechtssubjekt. Und 2022 erhielt mit dem spanischen Mar Menor das erste Ökosystem Europas den Status einer Rechtspersönlichkeit. Fortan verbürgt ein Gesetz das Recht dieser Lagune, »als Ökosystem zu existieren und sich auf natürliche Weise zu entwickeln«. Inwiefern berührt die neue gesellschaftliche Wahrnehmung der Erde als politischer Akteur und als Rechtssubjekt das Thema dieses Seminars?

Mitweben an neuen, lebensdienlichen Kosmologien

Oder wird das Seminar mit derlei großen Fragen völlig überfrachtet? Wir meinen, nein. Nicht, wenn klar ist, dass die Kölner Erkundungen allenfalls ein Anfang sein können. Und nicht, wenn wir uns entschließen, »das Männliche und die Erde« bewusst vor dem Hintergrund des Epochenrandes zu betrachten, an dem die Menschheit derzeit steht. Als ganzheitliche Initiativen sind die Erd-Charta und erdfest prädestiniert, mitzuwirken beim Herausbilden neuer, lebensdienlicher Kosmologien, für die »das Männliche« (genauso wie »das Weibliche«) und »die Erde« elementar sind.

ZUM ABLAUF:

FREITAG

18:00 Begrüßung Denis Kupsch, Geschäftsführender Referent der Erd-Charta-Initiative Erstes Kennenlernen: Was motiviert mich, hier zu sein? Abendessen »Zeige deine Wunde. Kunst und Spiritualität bei Joseph Beuys« Film von Rüdiger Sünner – in Ausschnitten, vorgestellt von Brigitte Maxrath-Enger und Annette Ronicke, Offene Kunstwerkstatt Köln-Süd e.V. Austausch und geselliges Beisammensein

SAMSTAG

09:30 Kurze Atemarbeit, Meditation, Energiearbeit Annette Ronicke Inhaltlicher Eröffnungsimpuls Hildegard Kurt, erdfest 10:00 Was wird versteckt, ignoriert, verdrängt? Arbeiten im inneren Atelier gemäß dem mit Beuys erweiterten Verständnis von Kunst Hildegard Kurt 11:30 Kaffeepause 12:00 Erden. Künstlerischer Prozess mit Ton Brigitte Maxrath-Enger 13:30 Mittagessen 15:00 Begegnungen mit dem Männlichen und der Erde begleitet von »Männerpfade« am Kloster Nütschau 18:00 Abendessen 20:00 Austausch über Erfahrungen und Einsichten des Tages geselliges Beisammensein

SONNTAG

09:30 Kurze Atemarbeit, Meditation, Energiearbeit Annette Ronicke Dem Rhein begegnen: Was erfahre ich von dir? Ästhetischer Prozess am Rhein Das Männliche und die Erde: Impulse einer transformativen Praxis im Horizont der Erd-Charta- und erdfest-Initiativen Dialogrunde (nach David Bohm) Zugunsten eines authentischen Arbeitens soll die weitere Gestaltung dieser letzten Seminareinheit sich aus dem bisherigen Prozess ergeben. 12:30 Ende mit anschließendem gemeinsamem Mittagessen


Projektpräsentation seit dem 16.8.2022

 

 Ein Projekt zur wärmenden Verbundenheit und gegen soziale Kälte

In der Zeit der Pandemie beschäftigte uns die Frage: was können wir tun, wenn das Zusammenkommen schwierig ist und wir offen bleiben wollen für etwas Gemeinsames, für Kreativität in Sürth? Kreativität, an der alle teilhaben können.

Wir griffen zu Nadel und Faden; es bildeten sich kleine und größere Kreise, die das alte handgewerbliche Kulturgut des Strickens neu für sich entdeckten. Einige Menschen strickten für sich allein, aber dennoch in dem Gefühl von Verbundenheit mit den Anderen.

Am Ende wurde jedes so entstandene Teil zu einem bunten, warmen Ganzen zusammengefügt und damit ein Zeichen gesetzt für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

Uns bewegte die Idee, ein Projekt zur aktiven Teilnahme für alle interessierten Bürger*innen zu gestalten. Es bestand die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch über Themen, die uns alle bewegten. So entwickelte sich sehr schnell ein Gefühl von Eingebunden sein in eine Gemeinschaft. Wir suchten nach dem Verbindenden, thematisierten aber auch unterschiedliche Haltungen und Erfahrungen. All das wurde in dieses Objekt hineingestrickt.

Insgesamt fühlen sich über 30 Menschen motiviert, Gesellschaft mit zu gestalten, proaktiv tätig zu werden über ein kreatives Projekt, das im öffentlichen Raum präsentiert wird.

Die Teilnahme war voraussetzungsfrei, Fehler waren Gestaltungselemente. Es entstand ein tolles Miteinander, soziale „Verstrickungen“ haben sich im Tun gelöst, im Veedel und über Köln hinaus. Die Alterspanne der Teilnehmer*innen lag zwischen 4 und 83 Jahren.

Das Strickprojekt verstehen wir als Möglichkeit, Gesellschaft mitzugestalten und soziale Impulse zu setzen. Jede*r war willkommen, es gab keine Ausgrenzung in Zeiten von Corona. Die drohende gesellschaftliche Spaltung wurde in den Kreisen thematisiert und die Aktion setzte dieser Tendenz etwas Kreatives entgegen.

Unser Leitsatz lautet:

Vielfalt und Begegnung statt Spaltung.

Das entstandene Wandobjekt ist Sinnbild für die Vielfalt unserer Gesellschaft, für ein buntes, lebendiges, schöpferisches Miteinander.

Wir wünschen uns, dass das Objekt zum Gespräch bzw. Austausch anregt.


Momentaufnahmen aus dem Gartenprojekt 2022 vor der offenen Kunstwerkstatt 



So finden sie uns

 

© Jennifer Roch, freiberufliche Grafikerin in Köln / Wegbeschreibung offene Kunstwerkstatt Köln Süd